Von wegen kleinkariert – Karo ist Trend!

Tartan-, Glencheck- oder Vichy-Karos kommen diese Saison in unterschiedlichen Dessins. Jedes wirkt für sich allein schon mustergültig. Doch das Beste: Es darf auch gemixt werden! Wir zeigen, wie’s geht.

Welche Karos gibt es?

Wir denken beim Karo-Kult zuerst an Queen Elisabeth, dabei haben die Kästchen viel mehr zu bieten als Brit Chic: Vichy-Karo verleiht dem Outfit eine gewisse Retro-Optik. Das Tartan- oder Schottenkaro umgibt eher eine klassische Note. Und Glencheck ist perfekt für den Business-Look. Das Tolle: Karos stehen jeder Frau!

Die 10 beliebtesten Karos auf einen Blick

Tartan: Bei diesem Muster denkt jeder sofort an den „Highlander“! Die für unser Auge oft schockierenden Farbkombinationen stammen aus den Familienfarben der schottischen Clans. Ist ein echter Mode-Klassiker.
 
Glencheck: Der sogenannte Prince-of-Wales-Check ist auf dem Kontinent als Glencheck (übersetzt soviel wie „Bergtalkaro“) bekannt. Perfektioniert hat er sein nobles Image im 20. Jahrhundert durch die stylishen Auftritte der legendären Wallis Simpson, Duchess of Windsor.
 
Vichy: Früher wurde das als Bauernkaro bezeichnete Würfel-Muster nur für Wäscheteile wie Pyjamas, Bettwäsche oder Gardinen verwendet. Dank der französischen Schauspielerin Brigitte Bardot avancierte es in den 50er Jahren zum beliebten Dessin für Blusen und Sommermode.
 
Hahnentritt: Das Mini-Muster wirkt mit seinen kleinen Verlängerungen an den Ecken wie der Abdruck eines Hahnenfußes. Es stammt, wie so viele Webtechniken, aus Schottland, wo es anfangs ausschließlich für Herrenbekleidung genutzt wurde. Doch kein geringerer als der Pariser Modeschöpfer Christian Dior machte das elegante Dessin auch für Damen gesellschaftsfähig.
 
Pepita: Auf den ersten Blick mutet das Dessin wie ein großes Hahnentritt-Karo an. Für den Namen des eleganten Musters stand etwa Mitte des 19. Jahrhunderts die spanische Tänzerin Josefa de la Oliva Patin. Ob die Künstlerin, deren Kosename Pepita war, jemals dieses Muster selbst trug, ist allerdings nicht überliefert.

Madras: Ursprünglich stammt das unregelmäßige, großzügige Muster aus der indischen Stadt Madras (seit 1996: Chennai). Inspiriert vom Schottenkaro wurde es während der britischen Kolonialherrschaft entworfen. Seine Besonderheit liegt darin, dass das Karo kontrastlos in ähnlichen Farben gehalten ist und niemals Weiß enthält. Neben sommerlicher Oberbekleidung werden Madras-Karos auch gerne für Wohntextilien verwendet.
 
Schachbrett: Die quadratischen, gleichgroßen Farbwürfel sind meistens in Schwarz-Weiß gehalten. Vermutlich wurden sie von Flaggen abgeleitet.
 
Block: Aus dem Trachten- und Freizeitbereich kennen wir diese sportiven, symmetrischen Großkaros. Auch viele Wanderhemden ziert das Muster, das für Baumwoll- und Leinenstoff verwendet wird.
 
Gitter: Ein Karo-Dessin, das sich durch feine Streifen in größeren Abständen zusammensetzt. Der farbige Untergrund wirkt dadurch wie von einem Gitter überzogen. Das dezente Gitter-Karo ist sehr beliebt bei Herrenhemden, Damenblusen und Flanellanzügen.
 
Holzfäller: Bei diesem großen Karo, auch als Lumberjack bekannt, dienten die Holzfäller aus USA und Canada als Vorbild, deshalb wird es auch fast ausschließlich für Baumwollflanell oder angeraute Wollstoffe verwendet.

Wie passen welche Karos zu welcher Gelegenheit?

So vielseitig das Karo-Muster ist, ein paar Regeln gibt es schon zu berücksichtigen. Die meisten Dessins wirken sportiv und rustikal, deshalb sind Karos eher etwas für Freizeit- als Businesslooks. Auf einen Blick:
 
Bürotauglich: Glencheck, Pepita, Hahnentritt als einzelner Blazer, Mantel oder ganzer Anzug sowie Kostüm. Tartan und Gitter je nach Material möglichst nur als Bluse, Blazer oder Mantel einsetzen. Vichy im Sommer als Bluse.
 
Perfekte Freizeitpartner: Holzfäller-, Madras-, Vichy-, Block-, Schachbrett- und Tartan-Karos
 
Und: Je zwangloser der Anlass, desto größer darf der Kontrast zwischen den Farben im Muster sein.

Welches Karo-Muster steht mir?

Karo ist Trumpf – und mit diesen Styling-Tipps kann gar nichts schiefgehen:
  1. Kleine, zierliche Frauen sollten zu kleinen Karo-Mustern (z. B. Pepita) greifen. Und: Dunkle Karos auf dunklem Grund strecken optisch
  2. Große Frauen stehen vor allem großflächige Karos, die verkürzen die Silhouette optisch.
  3. Wer eine kurvige Figur hat, sollte kleine Muster bevorzugen oder diagonal verlaufende Karo-Muster. Lenken Sie außerdem den Blick auf weibliche Akzente: Die Taille mit einem Gürtel betonen oder ein elegantes unifarbenes Tuch tragen.

Der Mix macht Karos munter

  • „Very british“ und zeitlos wurde das Karo immer schon mit Unis wie Camel, Grün oder Erdtönen kombiniert. Damit geht man klar auf Nummer sicher, kann aber auch langweilig aussehen. Alternative Karos mit unifarbenen Basics und Strümpfen in starken Tönen wie Türkis oder Pink zum Eyecatcher werden lassen.
  • Modemutige kombinieren Karos untereinander zu einem All-Over-Karo-Look. Dabei dürfen sogar waagerechte mit schrägen arrangiert werden. Als Faustregel gilt: Große Quadrate passen gut zu klein gemusterten. Die Stoffe sollten dabei eine ähnliche Struktur oder Farbe haben.
  • Sehr stylish und erstaunlicherweise harmonisch können zwei auffällige Muster miteinander aussehen: Blumenprints und Karo beispielsweise funktionieren als Kombination aus Marlenehose mit großen Blütenmotiven und einem Glencheck-Mantel darüber. Auch kleine Akzente im Animal-Print, wie z. B. ein Leo-Kragen an einem Tartan-Mantel oder ein Zebra-Gürtel zu einem Hahnentritt-Anzug, lassen das ganze Outfit frech und trendy wirken.

Du siehst, Karo kann einiges, aber vor allem gut aussehen! Übrigens kann man Karos super mit Basics kombinieren. Welche Basics in jeden Kleiderschrank gehöre, zeitlos und zeitsparend sind, erfährst du auf einem Blick in unserem Basic-Artikel.